WALL ART TRENDS

Welche Kunstdrucke jetzt im Trend sind – und welche wirklich bleiben

A straight-talking guide to which print trends are worth your money and which will look tired by next spring.

Jasmine Okoro
JASMINE OKORO
May 19, 2026
What Art Prints Are Trending Right Now (And Which Ones Will Actually Last)

Trendprognosen werden meist von Menschen geschrieben, die dir nächste Saison etwas verkaufen wollen. Diese hier nicht. Wir haben sortiert, was sich in der Print-Welt gerade wirklich bewegt – und es in zwei Lager geteilt: Trends mit echter Dauer und jene, die leise in der Spendenkiste landen.

Die große Verschiebung: Warum warme Erdtöne Monochrom ablösen

Die Phase von kühlem Grau, hartem Weiß und Schwarz-Weiß-alles ist vorbei. Sie begann um 2021 zu verblassen und ist inzwischen wirklich Geschichte. An ihre Stelle tritt eine Palette direkt aus der Erde: Terrakotta, Ocker, Olive, Lehm, Sand, gebrannte Siena, Pilz, Hafer. Warmer Minimalismus, wenn man es benennen will.

Dafür gibt es einen echten Grund. Kühles Monochrom fotografiert sich großartig, fühlt sich aber oft kühl an. Warme Erdtöne sind das Gegenteil. Sie wirken auf Fotos ruhiger und fühlen sich im Raum besser an – besonders unter den eher gelblichen Leuchtmitteln, die die meisten von uns zu Hause nutzen. Außerdem harmonieren sie mit Holz, Leinen, Keramik und Putz – Materialien, auf die sich die Interior-Welt langfristig eingeschossen hat.

Die praktische Quintessenz: Ein Print in staubigem Terrakotta oder Olive fügt sich fast immer neben jedes neutrale Sofa, jeden Eichenboden oder cremefarbene Wand, die du bereits hast. Ein strenger Schwarz-Weiß-Geometrie-Print tut das nicht. Eines davon ist ein Trend. Das andere ist ein Farbschema, das sich als Trend verkleidet.

Ein sonnenbeschienenes Wohnzimmer mit einem großen gerahmten Kunstdruck in Terrakotta- und Ockertönen über einem cremefarbenen Leinen-Sofa, umgeben von Eichenmöbeln, einem strukturierten Teppich und einer Keramikvase mit getrockneten Gräsern

Wenn du zuerst vorsichtig testen willst, schau dir moderne Kunstdrucke am warmen Ende der Palette an. Alles, was Ton, Rost oder Olive als dominante Note setzt, wird sich in fünf Jahren noch aktuell anfühlen – weil es auf Farben beruht, die in Interieurs seit Jahrhunderten verwendet werden.

Lieber auslassen: kühle Grau-Abstraktionen und strenges Monochrom

Alles, was nach „2017er Scandi-Mietwohnung“ schreit, ist auf dem Rückzug. Kühle graue Aquarell-Flecken, harte Schwarz-Weiß-Dreiecke, reines Graustufen-Design ohne Wärme. Das hat seinen Höhepunkt überschritten, ist ins Plateau gegangen und datet Räume inzwischen sichtbar.

Abstrakte und texturierte Prints: der Trend mit der längsten Halbwertszeit

Wenn wir auf eine Kategorie setzen müssten, die im nächsten Jahrzehnt aktuell bleibt, dann auf texturierte Abstraktion. Museen hängen seit hundert Jahren abstrakte Arbeiten, ohne dass jemand sie „veraltet“ nennt: Sie verankern sich nicht in einem Moment.

Besonders gefragt ist derzeit die spürbare Textur. Sichtbarer Pinselduktus, Ton-in-Ton-Schichtungen, organische Formen, die eher mit Malmesser oder Spachtel als mit der Maus entstanden wirken. Die gute Nachricht: Du brauchst kein echtes Impasto-Gemälde, um diesen Effekt zu bekommen. Giclée-Druck auf schwerem, mattem Papier greift die Tiefe des Pinselauftrags wunderbar auf, und die fehlende Spiegelung bei matter Oberfläche sorgt dafür, dass die Textur auch aus der Distanz lesbar bleibt – statt als glänzendes Rechteck zu verschwinden.

Ehrlich und kurz dazu: Gedruckte Textur ist nicht dasselbe wie echte Farbe in Relief. Aus 30 cm Entfernung siehst du den Unterschied. Aber richtig gehängt und vom Sofa aus betrachtet, erfüllt ein hochauflösender, texturierter Print seinen Zweck zum Bruchteil der Kosten – und du bekommst ihn in 70 x 100 cm, ohne dafür einen Kredit aufzunehmen.

Texturierte Abstraktionen bestehen auch unseren „Zehn-Jahres-Test“. Frag dich: Werde ich diesen Print 2035 in einem Satz beschreiben können? Wenn die Antwort lautet „eine weiche Creme-Ocker-Abstraktion mit pinseliger Textur“, bist du safe. Wenn die Antwort lautet „weißt du, das Ding, das 2024 jeder hatte“, überdenke es.

Stöbere durch abstrakte Kunstdrucke mit diesem Filter im Kopf: warme Palette, sichtbare Handschrift, keine harten geometrischen Kanten. Diese Kombination hat die längste Startbahn.

Botanische und Naturmotive: immer noch stark – oder schon am Zenit?

Botanik ist spannend. Die wörtliche viktorianische Pflanzenillustration – die mit sauberem lateinischem Etikett unter einem einzelnen Farnwedel – hat ihren Peak hinter sich. Sie lief stark von etwa 2016 bis 2022 und ist jetzt überall, was jedem Trend den Todesstoß versetzt.

Abgelöst wurde sie von etwas Interessanterem und – wir würden sagen – Dauerhafterem: stilisierte Naturmotive. Lockere Tintenstudien von Gräsern. Abstrakte Landschaften, die einen Horizont andeuten, ohne ihn zu malen. Ein einzelner Stiel, bei dem die Negativfläche die Hauptarbeit leistet. Alles, was die Natur als Ausgangspunkt nimmt, ohne ein Botanik-Lehrbuch sein zu wollen.

Diese Entwicklung passt zum größeren biophilen Designgedanken: dem professionellen Konsens, dass Menschen sich in Räumen wohler fühlen, die auf die Natur verweisen. Dieser Instinkt verschwindet nicht. Die konkrete Ästhetik, wie wir Natur zitieren, wird sich weiterentwickeln – der zugrunde liegende Impuls bleibt. Setz auf den Impuls, nicht auf die Ästhetik.

Ein ruhiges Schlafzimmer mit zwei stilisierten botanischen Drucken in sanften Salbei- und Cremetönen, in Eiche gerahmt, über einem niedrigen Leinenbett; dazu eine gewebte Pendelleuchte und ein kleiner keramischer Beistelltisch

Wenn dich Grün anzieht, such dir botanische Kunstdrucke, die eher stilisieren als wissenschaftlich abbilden. Eine lockere Tintenzeichnung von Olivenzweigen überdauert ein hyper-detailliertes Monstera-Blatt jedes Mal.

Lieber auslassen: hyperrealistische einzelne Zimmerpflanzen-Prints

Der illustrierte-Hauspflanzen-Trend – besonders alles, was wie eine Stock-Illustration einer Geigenfeige wirkt – ist durch. Genauso die „tropische Blätterwand“-Galeriecluster. Wenn du es schon auf einer Coffee-Shop-Karte gesehen hast, nimm das als Signal.

Minimalistische Line Art: wo sie funktioniert – und wo sie überstrapaziert ist

Line Art ist der Trend, den alle gern für tot erklären wollen. Wir nicht – denn gute Line Art ist tatsächlich zeitlos. Picasso hat sie 1923 gemacht. Matisse hat in den 1940ern mit Scherenschnitten gearbeitet. Die Form hat eine lange, ernsthafte Geschichte.

Überstrapaziert ist das spezielle Genre, das Marktplätze in den letzten fünf Jahren dominiert hat: eine einzelne dünne schwarze Linie, die ein vages Gesicht bildet – oft zwei, die sich anschauen –, manchmal mit Alibi-Blatt. Du kennst sie. Sie wurden zur visuellen Tapete einer bestimmten beigen Instagram-Wohnung und datieren Räume inzwischen sofort.

Welche Line Art weiterhin funktioniert? Die mit echter künstlerischer Substanz. Kräftigere Striche, selbstbewusste Komposition, wirkliche Intention hinter den Spuren. Eine echte figurative Tintenstudie. Eine lose abstrakte Linienarbeit mit Gewicht und Rhythmus. Alles, bei dem man spürt: Hier hat ein Mensch entschieden – nicht eine Vorlage wurde befüllt.

Der Test ist simpel: Wenn du den Print in fünf Sekunden so beschreiben könntest, dass die andere Person ihn grob nachzeichnen kann, ist er zu generisch. Gute Kunst entzieht sich der Schnellzusammenfassung.

So holst du einen Trend-Print ins Haus, ohne den ganzen Raum umzubauen

Das sagt dir kaum jemand: Du musst keinen Raum überholen, um einen Trend hereinzuholen. Du brauchst genau ein Teil, am genau richtigen Ort, mit genau der richtigen Wirkung.

Wähle eine Wand – ideal die, auf die dein Blick als erstes fällt, wenn du den Raum betrittst. Keine Seitenwand, keine Ecke, nicht über dem Heizkörper. Die Hauptbühne.

Geh größer, als es sich bequem anfühlt. Übergroße Kunst ist selbst ein Trend mit echter Langlebigkeit, weil sie Fokus schafft und visuelles Durcheinander reduziert. Ein einzelnes 70 x 100 cm Stück liest sich fast immer besser als drei 30 x 40 cm Prints im Cluster. Bilderwände sind nicht tot, aber große Statement-Pieces leisten gerade mehr – und werden es weiterhin tun.

Halte den Rest des Raums neutral. Wenn Sofa, Teppich und Vorhänge schon viel los sind, ist ein Trend-Print nur eine laute Stimme im Stimmengewirr. Wenn alles ruhig ist, kann der Print singen.

Wähle einen Rahmen, der nicht datet. Warmes Eichenholz oder naturbelassenes Holz verlängern die Lebensdauer jedes Prints um Jahre. Trendige Farbrahmen (etwa Salbeigrün oder Terrakotta-Leisten) binden das Stück an einen Moment. Massivholzrahmen in Natur-Finish sind die langfristig sichere Wette – auch deshalb setzen wir durchgängig auf FSC-zertifiziertes Massivholz statt lackierter MDF-Leisten, die abplatzen und datieren.

Ignoriere den Rest des Raums. Wirklich. Der Trend muss sich nicht in Kissen, Decken, Vasen und Lampenschirmen wiederholen. Ein starkes Kunstwerk reicht. Wiederholung lässt Räume wie übermotivierte Showrooms wirken.

Ein modernes Esszimmer mit einem übergroßen abstrakten Leinwanddruck in warmen Erdtönen an der Hauptwand, einem schlichten Eichentisch, Flechtstühlen und ansonsten minimalem Styling

Trendfest einkaufen: Kunst wählen, die du in zehn Jahren noch liebst

Bevor du einen Print kaufst, halte ihn gegen diese fünf Fragen. Wir nutzen sie intern – und sie filtern rund 80 % der Impulskäufe heraus.

  1. Hätte mir das vor fünf Jahren schon gefallen? Wenn ja, hat es Substanz. Wenn nein, frag dich warum. Manchmal lautet die Antwort „Mein Geschmack hat sich entwickelt“. Manchmal ist es „Das ist eine Mode“.
  1. Kann ich es beschreiben, ohne ein Trend-Label zu benutzen? „Warme Abstraktion mit Ocker- und Creme-Pinselduktus“ ist eine Beschreibung. „Dieser Boho-Terrakotta-Vibe“ ist ein Trend. Beschreibungen überdauern Vibes.
  1. Funktioniert es mit den festen Elementen meines Raums – nicht nur mit dem aktuellen Styling? Böden, Wände, Einbauten sind dauerhaft. Kissen und Decken nicht. Ein Print sollte mit den dauerhaften Dingen einverstanden sein.
  1. Würde ich es auch hängen, wenn ich umziehe? Gute Kunst ist mobil. Wenn du sie dir nur an genau dieser Stelle in genau dieser Wohnung vorstellen kannst, ist es Dekoration – keine Kunst.
  1. Ist es ordentlich gedruckt und gerahmt? Das wird oft vergessen. Ein großartiges Motiv auf welligem Papier in einem klapprigen Rahmen überlebt keine zwei Jahre – egal, wie zeitlos der Stil ist. Achte auf schweres, mattes Papier, Massivholzrahmen, UV-Schutzglas gegen Ausbleichen durch Sonne und darauf, dass Prints fix und fertig gerahmt ankommen – nicht in drei Teilen zum Selberbasteln.

Dieser letzte Punkt ist wichtiger, als er klingt. Die häufigste Beschwerde bei Kunstdrucken betrifft schlechte Rahmung: verzogene Passepartouts, separat versandte Prints und Rahmen, Blasen unter Glas. Ein Print hält nur, wenn er physisch überlebt – und das steht und fällt mit Materialien und fachgerechtem Einpassen, bevor er die Werkstatt verlässt.

Unsere aktuellen Favoriten aus der Kollektion

Statt willkürlich zehn Dinge aufzulisten, kommt hier, was wir uns gerade wirklich kaufen würden – ganz von vorn beginnend.

Fürs Wohnzimmer: eine übergroße, warme Abstraktion, ideal 70 x 100 cm oder größer, in der Terrakotta-Ocker-Creme-Familie. Gerahmt in naturbelassener Eiche. Zentral an der Hauptwand über Sofa oder Kamin. Das ist das wirksamste Einzelstück – und das mit der längsten Laufzeit.

Fürs Schlafzimmer: ein stilisierter Botanischer oder eine lockere Naturstudie, ruhiger in der Palette – in sanftem Salbei, Sand oder gedämpftem Ton. Ein Paar funktioniert über dem Bett, wenn du Symmetrie magst; ein großes Einzelstück leicht versetzt wirkt aktueller. Canvas passt hier besonders gut, weil die matte Oberfläche Morgenlicht schluckt statt zu spiegeln.

Für Küche oder Essbereich: etwas mit mehr Persönlichkeit. Eine mutigere Abstraktion, eine selbstbewusste Linienarbeit oder eine texturierte Landschaft. Hier kannst du dir den kleinen Risiko-Kick leisten – du starrst sie schließlich nicht acht Stunden im Liegen an.

Für Flur oder kleinere Wände: kleinere gerahmte Prints im Format 30 x 40 cm oder 40 x 50 cm. Hier darfst du mit etwas trendigeren Stücken spielen – die Investition ist kleiner, und wenn du dich sattgesehen hast, sind sie schnell getauscht.

Ein heller Flur mit drei mittelgroßen gerahmten Kunstdrucken in warmen Tönen, in einer horizontalen Linie über einem schmalen Konsolentisch mit Keramiklampe und einer Schale für Schlüssel aufgehängt

Als Einstieg ist die große Kunstdrucke für die Wohnraum-Deko-Kollektion nach Palette und Stil sortiert – so findest du warme Töne schneller, statt endlos zu scrollen.

Die Kurzfassung

Kaufe warm, kaufe Textur, kaufe größer, als sich sicher anfühlt – und rahme in Naturholz. Lass alles liegen, was du in den letzten sechs Monaten an einer Café-Wand gesehen hast. Wenn ein Print in schlichter, beschreibender Sprache ohne Trendwörter Sinn ergibt, wird er das in zehn Jahren wahrscheinlich immer noch tun. Das ist das ganze Spiel.

Eine charaktervolle Treppe und ein schmaler Absatz mit kalkig weißen Wänden über altem Putz – die Oberfläche ist leicht uneben, mit feinen Haarrissen und Spuren früherer Schichten, was ihr die Textur eines gelebten mediterranen Hauses verleiht. Nachmittagslicht fällt durch ein hölzernes Latten-Raster am kleinen Fenster des Podests und wirft filigrane, tanzende Muster über Wand und Stufen – rätselhaft und warm. Die Stufen bestehen aus wiederverwertetem Teak, breit und unperfekt, ihre honigdunkle Patina durch Jahrzehnte von Schritten vertieft. Drei gerahmte Kunstdrucke sind in einer absteigenden Diagonale entlang der Treppenlinie von oben links nach unten rechts arrangiert, jeweils 15–20 cm tiefer und 15–20 cm weiter rechts, in etwa 35 Grad, wobei der mittlere Print auf Augenhöhe am Podest hängt. Auf einer kleinen geschnitzten Konsole aus indischem Rosenholz oben an der Treppe liegt ein handgeflochtener marokkanischer Korb mit mehreren gerollten Textilien in verblichenem Indigo und Safran, eines rollt leicht über den Rand. Ein türkisches Teeglas aus Messing steht auf einem kleinen gehämmerten Tablett daneben, sein Rand fängt einen Schimmer des Rasterlichts ein. Ein Vintage-Kilim-Läufer in verblasstem Rot und Creme fällt über die ersten Stufen, seine Fransen unten leicht ungleichmäßig. Das Treppengeländer ist aus schlichter, schwarz lackierter Schmiedeeisenstange, an einer Stelle schimmert blankes Metall durch, wo Hände die Farbe abgenutzt haben. Die Kamera ist leicht geneigt und fängt die aufsteigende Tiefe des Treppenhauses und den diagonalen Rhythmus der Prints ein. Mittelnahe Einstellung, die Anmutung reich und haptisch. Die Stimmung: das Gefühl, eine Treppe in einem Zuhause hinaufzusteigen, in dem jedes Podest erzählt, wo die Besitzerin war.

In diesem Blog vorgestellte Fab-Produkte


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