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Wen hat Klimt gemalt? Seine berühmtesten Porträts erklärt

The real women behind Klimt's most celebrated portraits, and how to choose the one that belongs on your wall.

Miles Tanaka
MILES TANAKA
May 14, 2026
Who Did Klimt Paint? His Most Famous Portraits Explained

Gustav Klimt malte in seinem Leben rund 200 Werke, doch unsterblich machten ihn seine Porträts. Hinter Blattgold und dekorativen Wirbeln standen echte Frauen: Gesellschaftsdamen, Modeschöpferinnen, neunjährige Industriellentöchter – und eine lebenslange Gefährtin, deren Gesicht in seinem berühmtesten Bild vielleicht, vielleicht auch nicht auftaucht. Wer sie waren, warum sie bedeutend sind – und welche Motive an Ihrer Wand am meisten Sinn ergeben.

Warum Klimts Porträts von Menschen heute noch so modern wirken

Stellen Sie ein Klimt-Porträt neben ein traditionelles Gesellschaftsbild derselben Epoche, und der Unterschied springt sofort ins Auge. Während seine Zeitgenossen Frauen in glaubwürdigen Räumen mit glaubwürdigem Mobiliar darstellten, löste Klimt den Hintergrund in Ornament auf. Gesichter bleiben fotorealistisch. Alles andere – Kleid, Stuhl, Boden – wird zu Dekor.

Diese Kollision aus Realismus und Abstraktion ist der Grund, warum diese Gemälde auch mehr als ein Jahrhundert später zeitgenössisch wirken. Sie fügen sich mühelos neben Modernist-Möbel, in minimalistische Interieurs, sogar zu recht strenger Gegenwartskunst. Ein Klimt-Porträt fühlt sich nicht nach Kostümdrama an. Es wirkt, als hätte es ein Designer letzte Woche geschaffen.

Der zweite Grund für ihre Wirkung: Klimt malte Frauen als Subjekte, nicht als Objekte. Seine Modelle blicken Sie an. Sie sind kraftvoll – oft verstörend kraftvoll. Judith hält ein abgeschlagenes Haupt und lächelt spitz. Adele Bloch-Bauer starrt mit einem Ausdruck zwischen Langeweile und Herausforderung. Diese Direktheit ist in der Porträtkunst des frühen 20. Jahrhunderts selten – und genau das macht diese Werke so wandtauglich.

Ein helles Wohnzimmer mit einem samtgrünen Velourssofa, einem Couchtisch aus Eiche und einem großen gerahmten Klimt-Porträtprint von Adele Bloch-Bauer über dem Sofa in einem schmalen schwarzen Rahmen

Adele Bloch-Bauer: die Frau hinter „Die Frau in Gold“

Adele Bloch-Bauer war die einzige Person, die Klimt zweimal malte. Sie war 25, als sie ihm erstmals Modell saß – die Ehefrau des wohlhabenden Wiener Zuckerindustriellen Ferdinand Bloch-Bauer und eine der wenigen Frauen ihres Kreises, die intellektuelle Salons veranstalteten. Sie las Philosophie. Sie rauchte, was die Leute schockierte. Sie war, heißt es, scharfzüngig, nervös – und unglücklich.

Klimt arbeitete von 1903 bis 1907 an ihrem ersten Porträt, „Adele Bloch-Bauer I“. Vier Jahre. Das Ergebnis ist das Bild, das die meisten heute als „Die Frau in Gold“ kennen: ihr Gesicht schwebt in einem Meer aus Blattgold, ägyptische Augen sind ins Kleid eingebettet, die Hände in einer etwas unbeholfenen Geste gefaltet – offenbar Adeles Angewohnheit (sie war wegen eines verunstalteten Fingers unsicher).

Die Geschichte endete nicht mit ihrem Tod 1925. 1938 beschlagnahmten die Nationalsozialisten das Gemälde aus dem Besitz ihrer Familie. Jahrzehntelang hing es im Belvedere in Wien und galt als österreichischer Nationalschatz. 2006, nach einem langen Rechtsstreit, erhielt ihre Nichte Maria Altmann es zurück. Sie verkaufte es für 135 Millionen US-Dollar – damals der höchste je für ein Gemälde gezahlte Preis. Heute hängt es in der Neue Galerie in New York.

Das zweite Porträt, von 1912, ist leiser. Weniger Gold, mehr Farbe, Adele in einer weicheren Pose vor gemusterten Tapeten. Wenn das erste Bild Ikone ist, ist das zweite Mensch. Beide lohnen sich, wenn Sie Klimts Porträts von Menschen entdecken, bevor Sie eines für Ihr Zuhause auswählen.

Judith, Danaë und die mythologischen Frauen, die Klimt neu erfand

Hier wird in vielen Artikeln etwas durcheinandergebracht. Judith und Danaë waren keine realen Frauen, die Klimt Modell saßen. Es sind Figuren aus biblischer und griechischer Mythologie, gemalt als Allegorien und nicht als Auftragsarbeiten. Dieser Unterschied ist wichtig, denn diese Werke funktionieren anders – als Kunst wie auch als Dekoration.

„Judith und das Haupt des Holofernes“ (1901) zeigt die alttestamentarische Heldin, die einen feindlichen Feldherrn verführte und enthauptete, um ihr Volk zu retten. Klimts Judith ist halbnackt, die Lider gesenkt, der Mund leicht geöffnet. Sie wirkt postkoital, nicht triumphierend. In der Hand hält sie – fast beiläufig – das abgeschlagene Haupt. 1901 war das schockierend, und es ist es heute noch. In Wien etikettierte man sie damals als „Salome“, weil man mit einer so dargestellten Heldin nicht zurechtkam.

„Danaë“ (1907) nimmt einen griechischen Mythos (Zeus besucht eine Prinzessin in Gestalt goldenen Regens) und macht daraus eines der erotischsten Bilder seiner Zeit. Danaë liegt eingerollt in fötaler Haltung, verloren in Lust, während goldener Regen zwischen ihren Schenkeln herabfällt. Unmissverständlich – und vollkommen unapologetisch.

Diese mythologischen Bilder sind meist sinnlicher, dramatischer und dekorativer als die Gesellschaftsporträts. Sie passen in Räume, in denen Sie Energie möchten: Flur, Arbeitszimmer, Schlafzimmer. Wenn Sie etwas Zurückhaltenderes bevorzugen, wirken die Auftragsbilder an der Wand ruhiger.

Der Kuss: Ist es wirklich ein Porträt?

Technisch nein. Offiziell ist „Der Kuss“ (1907–1908) ein allegorisches Werk, kein Porträt identifizierbarer Personen. Doch Kunsthistoriker vermuten seit Langem, dass die Frau Emilie Flöge ist – Klimts lebenslange Gefährtin – und der Mann ein stilisierter Selbstentwurf.

Vieles spricht für Emilie. Sie und Klimt lernten sich kennen, als sie 17 und er 29 war (er war mit ihrer Schwester liiert, die später starb). In den folgenden 27 Jahren waren sie unzertrennlich – wahrscheinlich jedoch nicht im konventionellen Sinne romantisch. Er zeugte mindestens 14 Kinder mit anderen Frauen. Sie führte in Wien ein erfolgreiches Modeatelier, für das Klimt Stoffe mitentwarf. Als er 1918 einen Schlaganfall erlitt, sollen seine ersten Worte gewesen sein: „Schickt nach Emilie.“

Sie erscheint namentlich in einem weiteren Werk: „Bildnis Emilie Flöge“ (1902). Dieses Gemälde ist weniger bekannt – unter anderem, weil Emilie es offenbar nicht mochte. Sie fand, das blau-gold gemusterte Kleid sehe ihr nicht ähnlich; zu Recht, es war höchstwahrscheinlich eines ihrer eigenen avantgardistischen Entwürfe, den Klimt in Ornament verwandelte.

Ist „Der Kuss“ also ein Porträt? Im Geiste wohl ja. Im strengen kunsthistorischen Sinn: nein. So oder so ist es das meistreproduzierte Bild in der vollständigen Klimt-Kollektion – und aus gutem Grund: Es funktioniert in fast jeder Größe, in fast jedem Raum, gerahmt oder ungerahmt.

Ein minimalistisches Schlafzimmer mit weißer Leinenbettwäsche und Nachttischen aus Eiche; über dem Bett hängt ein großer Leinwandprint von Der Kuss von Klimt im Querformat

Klimts weniger bekannte figurative Werke, die sich lohnen

Wer nur Adele und den Kuss kennt, verpasst einige seiner stärksten Arbeiten.

Fritza Riedler (1906)

Gemalt ein Jahr vor Adele I: das Porträt der Frau eines österreichischen Ingenieurs, sitzend vor einem von Ägypten inspirierten Heiligenschein aus Ornament. Das Gesicht ist fotografisch. Das Kleid löst sich in Geometrie auf. In mancher Hinsicht ist es die klarere, selbstbewusstere Komposition der beiden.

Mäda Primavesi (1912)

Ein Ganzfigurporträt eines neunjährigen Mädchens, die Hände in die Hüften gestemmt, mit einem Blick, als gehöre ihr der Raum. Die Primavesis waren unter Klimts wichtigsten späten Auftraggebern. Mädas Haltung ist unvergesslich: Die meisten Kinderporträts jener Zeit sind brav und lieblich – sie wirkt, als würde sie gleich widersprechen.

Serena Lederer (1899) und die Familie Lederer

Die Lederers waren Klimts treueste Sammler und besaßen über ein Dutzend seiner Werke, bevor die Nationalsozialisten sie beschlagnahmten. Serenas Porträt ist konventioneller als spätere Arbeiten, zeigt aber bereits Klimts Übergang von akademischer Malerei zu Ornament.

Die zerstörten Fakultätsbilder

Klimts drei Deckenbilder für die Universität Wien („Philosophie“, „Medizin“, „Jurisprudenz“) galten damals als pornografisch und wurden abgelehnt. Sie lagerten auf Schloss Immendorf und wurden 1945 von abziehenden SS-Truppen verbrannt. Erhalten sind nur Schwarz-Weiß-Fotografien. Es ist einer der großen Verluste der Moderne – wissenswert, auch wenn man sie nicht aufhängen kann.

Wie Klimts Porträtstil mit allen Regeln der traditionellen Porträtkunst brach

Um zu verstehen, warum diese Bilder so aussehen, wie sie aussehen, hilft es zu wissen, wogegen Klimt anmalte.

Traditionelle Porträtkunst verlangte glaubwürdigen Raum. Die Dargestellten saßen in einem Zimmer. Es gab einen Boden, eine Wand, vielleicht ein Fenster. Klimt eliminierte all das. Seine Hintergründe sind flache Ornamentfelder ohne Tiefe, ohne Perspektive, ohne Ort.

Traditionelle Porträtkunst stellte Stoffe realistisch dar. Seide sah aus wie Seide. Samt wie Samt. Klimt verwandelte Kleidung in Ornament. Das Kleid in Adele I ist kein Kleid, sondern ein Mosaik aus Symbolen. Man kann kaum erkennen, wo der Körper endet und die Dekoration beginnt.

Traditionelle Porträtkunst nutzte eine zurückhaltende Palette. Klimt verwendete Blattgold. Echtes Gold- und Silberblatt, auf Leinwand appliziert – eine außerhalb byzantinischer Ikonen ungewohnte Technik. Er wuchs mit dem Handwerk seines Vaters, eines Goldgraveurs, auf und studierte 1903 in Ravenna frühchristliche Mosaiken. Das Schimmern seiner „Goldenen Phase“ (etwa 1899 bis 1910) entsteht durch echtes Metall im echten Licht.

Traditionelle Porträtkunst schmeichelte dem Modell. Klimt tat bisweilen das Gegenteil. Er malte Adele mit ihrer nervösen Handgeste. Er malte Mäda konfrontativ. Er malte Judith in sexueller Ekstase – mit einem abgeschlagenen Haupt. Seine Modelle sind echte Menschen mit echten Persönlichkeiten, nicht idealisierte Gesellschaftsdamen.

Dieses Regelbrechen lässt seine Kunst heute so aktuell wirken. Und es hat eine praktische Konsequenz für Ihre Wand: Klimt-Porträts brauchen kein „passendes“ Interieur. Sie erzeugen ihren eigenen Kontext. Ob in einem weißen Minimalraum oder einem maximalistischen viktorianischen Salon – sie funktionieren.

Ein maximalistisch eingerichtetes Arbeitszimmer mit dunkelgrüner, getäfelter Wand, Ledersessel und einer Galeriewand mit drei kleineren gerahmten Klimt-Porträtprints in schmalen Messingrahmen

Den richtigen Klimt-Porträtprint für Ihr Zuhause auswählen

Ein paar praktische Überlegungen.

Format und Gold

Die goldlastigen Werke (Adele I, Der Kuss, Judith, Danaë) danken Größe. Das von Klimt eingebaute Schimmern ist Teil der Wirkung, und in klein verliert sich diese Energie. Unter 50 × 70 cm werden diese Motive unserer Meinung nach unter Wert gezeigt. Wenn ein Werk der Goldenen Phase zum Statement werden soll, wählen Sie mindestens 70 × 100 cm gerahmt – oder steigern Sie auf 100 × 150 cm auf Leinwand für maximale Wirkung.

Die nicht-goldenen Porträts (Fritza Riedler, Mäda Primavesi, die zweite Adele) funktionieren auch kleiner, da sie stärker auf Komposition und Farbe als auf Metallglanz setzen. 40 × 50 cm, gerahmt im Flur oder über dem Schreibtisch, wirkt ausgezeichnet.

Gerahmt oder ungerahmt

Für die Werke der Goldenen Phase empfehlen wir meist gerahmte Prints. Die dekorative Dichte dieser Bilder profitiert von der visuellen Fassung eines Rahmens – sonst weiß das Auge nicht, wo es stoppen soll. Ein schmaler schwarzer oder naturbelassener Eichenrahmen passt am besten. Verzichten Sie auf prunkvolle Goldrahmen – das übernimmt das Gemälde bereits.

Auf Leinwand übersetzen sich die mythologischen Werke (Judith, Danaë, Der Kuss) besonders gut, weil das Format dramatische, randlose Bildwirkung unterstützt. Der umlaufende Spiegelkanten-Rand sorgt dafür, dass nichts vom Motiv beschnitten wird – wichtig, da Klimt bis an die Kanten komponierte.

Raum für Raum

Im Schlafzimmer: Der Kuss, die zweite Adele oder Danaë. Intim, warm, mehr Gefühl als Statement.

Im Wohnzimmer: Adele Bloch-Bauer I oder Judith. Beide haben Präsenz und liefern Gesprächsstoff. Großformatig verankern sie einen Raum wie ein Kamin.

Im Arbeitszimmer oder Flur: Mäda Primavesi oder Fritza Riedler. Kleiner im Maß, konzentrierter – Bilder, die man entdeckt, statt sie quer durch den Raum zu „lesen“.

Wenn Sie vor der Entscheidung noch mit anderen Stilen der Epoche vergleichen möchten, finden Sie in der Jugendstil-Kollektion ähnliche Bildsprachen; die größere Auswahl an Porträt-Kunstdrucken zeigt zudem, wie souverän Klimt sich neben anderer figurativer Kunst behauptet.

Ein gemütlicher Flur mit gemusterten Zementfliesen, einer schmalen Konsole mit frischen Tulpen und einem gerahmten Klimt-Print von Mäda Primavesi in einem Rahmen aus naturbelassener Eiche

Zum Schluss noch dies: Die Frauen in diesen Bildern waren real – mit echten Leben, echtem Geldsorgen, echtem Kummer, echter Langeweile nach Jahren des Sitzens. Wenn Sie ein Klimt-Porträt aufhängen, hängen Sie nicht bloß Dekoration auf. Sie hängen Adele, die ihre Kinder verlor und mit 43 starb. Oder Mäda, die zwei Weltkriege überlebte und bis 2000 lebte. Oder Emilie, die Klimts Briefe bis zu ihrem Tod aufbewahrte. Genau das macht sie jeden Morgen wieder betrachtenswert.

Ein stilles Schlafzimmer mit warmweißen Wänden mit sichtbarer Putzstruktur – gekalkt, leicht uneben, von Hand aufgetragen – und dunkelbraunem Nussbaum-Dielenboden in breiten Planken, der den einzigen Kontrast in einem sonst hellen Raum setzt. Ein niedriges Plattformbett aus hellem Eschenholz mit klaren, japanisch inspirierten Linien steht an der Hauptwand, bezogen mit natürlicher Leinenbettwäsche in warmem Off-White, eine Kante zurückgeschlagen. Zwei gerahmte Kunstdrucke hängen Seite an Seite über dem Kopfteil, mit 5–8 cm Abstand zwischen den Innenkanten der Rahmen, vertikal mittig ausgerichtet, das Paar als Einheit über dem Bett zentriert. Links dient eine einfache Bank aus heller Esche als Nachttisch und trägt eine einzelne Keramik-Budvase – handgemacht, leicht asymmetrisch in warmgrauer Glasur – mit einem getrockneten Zweig Silberblatt, dessen durchscheinende Samenhülsen das Licht fangen. Auf dem rechten Nachttisch – ein passender Eschenhocker – liegt ein schmaler Holztray mit einer einzelnen Espressotasse aus mattschwarzer Keramik, leer, präzise platziert. Ein Teppich aus Naturfaser-Jute liegt unter dem Bett auf dem dunklen Nussbaum, seine Kanten leicht weich und an einer Ecke ausgefranst. Spätnachmittagslicht fällt von einem einzelnen Fenster links ein und zieht einen langen, sanften Schatten über Bett und Boden. Warm, aber zurückhaltend, das Licht vergoldet die Wandstruktur nur hauchzart. Die Kamera steht frontal; die Komposition ist bedacht und symmetrisch, mit größerer Schärfentiefe – fast alles klar fokussiert. Mittelformat-Anmutung. Die Stimmung ist der angehaltene Atem zwischen Nachmittag und Abend, wenn der Raum selbst zu meditieren scheint.

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